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Oberösterreichische Nachrichten
 

Countdown für Bad Haller "Raketen"

BAD HALL. Prinz Daniel I. und Prinzessin Bettina III. ziehen heute mit Hofstaat zur Karnevalssitzung in die Jahn-Turnhalle. Der BHCC verpflichtet sich zu Lachraketen ohne Kollateralschaden.

Countdown für Bad Haller "Raketen"

Jetzt geht’s los! Heute feiert der Bad Haller Karnvalsclub BHCC mit seinen Faschingssitzungen um 20 Uhr in der Jahn-Turnhalle Premiere.
Karten für weitere Termine gibt es unter Tel. 0 72 58 / 77 55 - 33 Bild: KAINRATH PETER

Bei besonders gut gelungenen Pointen zündet das Faschingspublikum in der Jahn-Turnhalle mit Fußgetrampel und Geklatsche eine "Lachrakete". Das ist Tradition beim Bad Haller Karneval, der heute seine diesjährige Premierensitzung feiert. Heuer liegt die Latte noch höher. Der Bund der Österreichischen Faschingsgilden (BÖF) hat sich zu einer Ethik-Charta verpflichtet, derzufolge keine Randgruppen ausgezählt und keine Minderheiten verspottet werden sollen. Witze über Schwule und Lesben sind unter Wahrung der Menschenwürde geächtet, und der Bad Haller Karnevalsclub BHCC, aus dessen Reihen der Bundespräsident der Gilden Adi Mittendorfer stammt, will als Vorbild wirken.

Die Besinnung der Narren, nicht alles und jeden lächerlich zu machen, soll aber keine Schere im Kopf sein. Für Franz Sieghartsleitner, der als Büttenredner des "Pompfüneberers" nach dem Einzug der Garde und des Spielmannzuges auftritt, hält wieder über die politischen Geschehnisse des verwichenen Jahres seinen fröhlichen Leichenschmaus. "Dass der Erwin Pröll doch nicht als Bundespräsident kandidiert und dem Andreas Khol den Vortritt gelassen hat, das kriege ich natürlich noch hin", sagte der Reimeschmied, der hin und wieder wegen aktueller Ereignisse ein paar Verse umschreiben muss.

In einer Doppelrolle als Opfer und Täter wird wieder Bernhard Ruf die Bühne des BHCC betreten. Als nunmehriger Bürgermeister der Kurstadt zieht der VP-Politiker naturgemäß Pointen auf sich, als langjähriger Faschingsaktivist darf er selber als Satiriker austeilen. "Als ich Bürgermeister wurde, war mir klar, dass ich auf manche Dinge verzichten werde müssen. Aber der Karneval ist davon ausgenommen", sagte er.

Natürlich ziehen auch heuer wieder die "Giftspritzen" ihre Nadeln auf, eigentlich hat sich beim Ensemble wenig geändert. Kabarettist Walter Kammerhofer ist endgültig nicht mehr dabei. "Er hat sich weiter der Professionalität zugewandt", erklärt Mittendorfer, für die ehrenamtlichen Auftritte beim BHCC für ein Paar Würstel und ein Bier fehlten dem Gast aus dem Mostviertel die Zeit.

Verraten wird vor der Premiere wenig beim BHCC, nur so viel, dass es auch heuer wieder viel zu lachen gibt. Als Ehrengast hält Landeshauptmann Josef Pühringer am Rosenmontag Bad Hall die Treue. Wohl zum ersten und letzten Mal als Landespolitiker kommt Reinhold Entholzer, der SP-Landesrat war bislang ein Faschingsmuffel

Kronenzeitung vom 30. Jänner 2016
Bezirksrundschau Steyr
TIPPS vom 21. Jänner 2016
Oberösterreichische Nachrichten vom 12. Jänner 2016 

 

 

 

BHCC Prinzenkür 2015

 
 

Narren reißen die Herrschaft an sich

BAD HALL. Karnevalclub Bad Hall stürmt Rathaus und hat mit Bürgermeister einen Verbündeten.

Narren reißen die Herrschaft an sich

Proklamation der Machtübernahme der Faschingsnarren. Bild: KAINRATH PETER

 

Am 11.November übernehmen die Narren traditionsgemäß die Macht, aber in Bad Hall haben sie schon längst vor dem Rathaussturm einen Komplizen eingeschleust: Bürgermeister Bernhard Ruf (VP) ist nämlich selber Büttenredner beim Karnevalclub BHCC und wird den Rathausschlüssel nicht mit Zähnen und Klauen verteidigen, wenn die Narren dessen Herausgabe fordern.

"So drastisch werden unsere Druckmittel ohnehin nicht sein", scherzt BHCC-Pressesprecher Dietmar Bley, "aber wir haben uns etwas Originelles einfallen lassen, das den Bürgermeister und sein Gefolge aus dem Rathaus vertreiben wird." Was das am Samstag, 21. November, um 10 Uhr am Hauptplatz sein wird, verrät er nicht. Die Kakophonie der Guggamusi, die wieder in farbenfrohen Kostümen zur Belagerung des Rathauses anrückt, werde es aber nicht sein.

OÖ Nachrichten vom 11.11.2015